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Preisträgerkonzert Usedomer Musikfestival mit Magdalena Ceple

Kurtág im Gepäck, Barockmusik im Sinn

Mit ihrer beeindruckenden Vielseitigkeit setzt die Cellistin und Usedomer Musikpreisträgerin Magdalena Ceple Zeichen.

vonChristian Schmidt,

Eigentlich war es ja mal dazu gedacht, den Hoteliers auf Deutschlands schönster Ostseeinsel ein angenehmes Spätsommergeschäft nach den Ferien zu verschaffen. Doch dann nahm das vor fast 30 Jahren gegründete Usedomer Musikfestival schnell Fahrt auf, nachdem der damalige Gewandhauskapellmeister Kurt Masur als Schirmherr wichtige Kontakte in die Szene knüpfte und eine schnelle Verbindung zur Stiftung Young Concert Artists in New York herstellte, wo mit den Philharmonikern das andere Weltrangorchester unter seiner Leitung spielte. Seitdem versammeln die Usedomer alljährlich in der touristischen Sauregurkenzeit nach den großen Ferien herausragende Preisträger und machten sich zugleich zum „Podium der Ostsee“, auf dem in jedem Jahr jeweils einer der zehn Anliegerstaaten des Baltischen Meers porträtiert wurde.

Dabei ist das Festival nicht nur auf dem deutschen Teil der Insel, sondern auch in der direkten polnischen Nachbarschaft zu Hause, dauert immerhin drei volle Wochen und widmet sich dem jeweiligen Gastland doch durchaus intensiv. In diesem Jahr stammt turnusgemäß die Preisträgerin aus dem lettischen Riga: Die Cellistin Magdalena Ceple ist noch keine 30 Jahre alt, doch ist die Usedomer Ehrung bei weitem nicht die erste. Ihre beeindruckende Vielseitigkeit, die sich durch verschiedenste prominente Ensemble-Mitgliedschaften begründet, ist ihre große Stärke: 1994 geboren, schloss Ceple ihr Hauptstudium bereits 2021 in Lübeck ab und bildet sich derzeit als Barockcellistin weiter. Aber auch die Zeitgenossen kommen bei ihr nicht zu kurz: In der Stolper Kirche musiziert die Lettin vor allem neuere Werke, unter anderem Auszüge aus den musikalischen Tagebucheinträgen „Signs, games and messages“ von György Kurtág.

Magdalena Ceple wählt ihr Repertore mutig aus

Aufsehen hatte sie bereits vor drei Jahren erregt, als sie das Gesamtwerk des ungarischen Meisterkomponisten für Solocello bei Deutschlandradio Kultur einspielte – auf den ersten Blick nicht unbedingt das dankbarste Repertoire für eine junge Solistin. Desto mehr Berechtigung hat der Preis, den die Insulaner ihr verleihen. Und wenn man dafür auch noch Ende Oktober am herbstlich rauen Ostseestrand spazieren gehen kann, ist das doch ein umso schönerer Anlass für einen Besuch auf Usedom.

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