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Die ganze Welt der Musik

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Prague Spring 2025

Kaum ein Festival ist so vielfältig und zeigt die klassische Musik so umfassend wie das Festival „Prager Frühling“.



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Bei der Zahl achtzig wird man derzeit hellhörig, denn im Mai 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum achtzigsten Mal. Ein Jahr später, 1946, fand zum ersten Mal der „Prager Frühling“ statt, ein Kultur- und Musikfestival, das nun seine achtzigste Ausgabe feiert. Traditionell startet der „Prager Frühling“ immer am 12. Mai, dem Todestag des großen tschechischen Komponisten Bedřich Smetana. Dessen Zyklus „Mein Vaterland“ erklingt – auch das ist Tradition – gleich im Eröffnungskonzert durch die Tschechische Philharmonie, diesmal unter der Leitung von Semyon Bychkov.

Die Tschechische Philharmonie hat eine enge Verbundenheit zum Festival, die bis ins Gründungsjahr zurückreicht: 1946, als der „Prager Frühling“ unter der Schirmherrschaft des damaligen Staatspräsidenten Edvard Beneš stattfand, feierte das Orchester sein fünfzigjähriges Bestehen und bestritt damals sämtliche Konzerte. Initiiert wurde das Projekt vom damaligen Chefdirigenten Rafael Kubelík, der auch in den folgenden Jahren eine Schlüsselfigur als Mitbegründer des Festivals war.

Artist in Residence beim „Prague Spring“ 2025: Patricia Kopatchinskaja
Artist in Residence beim „Prague Spring“ 2025: Patricia Kopatchinskaja

Ebenfalls an der Gründung beteiligt war der Pianist Rudolf Firkušný, ein Schüler Leoš Janáčeks. Ihm zu Ehren findet im November zum dreizehnten Mal unter der Schirmherrschaft des „Prager Frühlings“ das „Rudolf Firkušný Piano Festival“ statt. Kubelík und Firkušný ist also maßgeblich zu verdanken, dass in Prag jeden Mai ein Festival stattfindet, das die besten Künstler und Ensembles der Welt sowie ein internationales Publikum in die Hauptstadt Tschechiens lockt.

Musik aus sechs Jahrhunderten

Artist in Residence ist in diesem Jahr die vielgefragte Geigerin Patricia Kopatchinskaja, die mit drei äußerst ambitionierten Programmen das Festival bereichern wird. In Arnold Schönbergs Melodram „Pierrot Lunaire“ tritt sie nicht nur als herausragende Instrumentalistin, sondern auch als Sprecherin hervor, die es aufs Vorzüglichste versteht, mit gesprochenem Wort zu deklamieren (17.5., 20 Uhr). Ihr erstaunlich breites Repertoire stellt sie im Konzert mit dem Titel „Zeit und Ewigkeit“ unter Beweis, wenn sie Musik aus sechs Jahrhunderten zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verschmelzen lässt und inspirierende Bezüge herstellt zwischen dem mittelalterlichen Dichter Guillaume de Machaut, den barocken Klängen von Johann Sebastian Bach, dem zwischen Tonalität und Atonalität changierenden Schweizer Komponisten Frank Martin, dem Avantgardisten Karl Amadeus Hartmann, dem im besten Sinne verrückten Komponisten und Multiinstrumentalisten John Zorn sowie dem so vielseitigen tschechischen Komponisten Luboš Fišer, der im 20. Jahrhundert lebte und wirkte (16.5., 20 Uhr).

Leitet die Tschechische Philharmonie im Eröffnungskonzert: Semyon Bychkov
Leitet die Tschechische Philharmonie im Eröffnungskonzert: Semyon Bychkov

Ein klingendes Porträt Fišers zeichnet Kopatchinskaja in einem gemeinsamen Konzert mit Joonas Ahonen, wenn die beiden je eine Solosonate für Klavier und Violine sowie gemeinsam eine Duosonate zum Klingen bringen. Die drei Werke werden der zehnten Violinsonate Beethovens gegenübergestellt.

Junge Talente bei „Prager Frühling“

Überhaupt gehört es zur DNA des „Prager Frühlings“, die junge tschechische Musikkultur in den Fokus zu rücken. So wird sich der junge Dirigent Jan Sedláček erstmals beim Festival präsentieren, wenn er mit dem Prague Radio Symphony Orchestra Werke von Leonard Bernstein, Sergej Prokofjew und Antonín Dvořák präsentiert (28.5., 20 Uhr). In diesem Konzert ist auch die Preisträgerin der letztjährigen „Prague Spring Competition“, die Geigerin Tsukushi Sasaki, zu erleben, wenn sie Prokofjews erstes Violinkonzert spielt.

Auch der hauseigene internationale Wettbewerb für den exzellenten Nachwuchs zollt der tschechischen Musikkultur Tribut, indem die Komponisten des Landes besondere Berücksichtigung finden. Der Gewinner von 2024 im Fach Horn, Zhicheng Jin, reist ebenfalls nach Prag an und gibt ein Kammerkonzert (19.5., 20 Uhr).

Gern gesehener Gast beim „Prager Frühling“: Wiener Symphoniker
Gern gesehener Gast beim „Prager Frühling“: Wiener Symphoniker

Zahlreiche Debüts hochkarätiger Künstler

Auch in diesem Jahr hält das Programm zahlreiche weitere große Namen bereit, wobei viele Ensembles ihre Debüts beim „Prager Frühling“ feiern: Das Chicago Symphony Orchestra etwa, das Rafael Kubelík von 1950 bis 1953 leitete, wird unter dem Dirigenten Jaap van Zweden Gustav Mahlers sechste Symphonie, die „Tragische“, spielen (20.5., 20 Uhr). Mit Smetanas sinfonischer Dichtung „Håkon Jarl“ über den gleichnamigen norwegischen Herrscher des späten 10. Jahrhunderts eröffnen die Göteborger Symphoniker unter ihrem Chefdirigenten Santtu-Matias Rouvali ihr erstes Konzert beim „Prager Frühling“, das außerdem Frédéric Chopins erstes Klavierkonzert mit Jan Lisiecki als Solisten bereithält sowie Béla Bartóks Konzert für Orchester (23.5., 20 Uhr).

Ebenso treten die Kammerakademie Potsdam und ihr Chefdirigent Antonello Manacorda erstmals beim „Prager Frühling“ auf, mit Beethovens fünfter Sinfonie. Auch sie haben einen hochkarätigen Solisten eingeladen, nämlich Pierre-Laurent Aimard, der gemeinsam mit der Kammerakademie Beethovens erstes Klavierkonzert interpretiert (22.5., 20 Uhr). Das Boston Symphony Orchestra wiederum – auch dieses Orchester feiert sein Debüt – gedenkt gemeinsam mit Dirigent Andris Nelsons des großen russischen Komponisten Dmitri Schostakowitschs, dessen Todestag sich 2025 zum fünfzigsten Mal jährt. Gemeinsam mit Stargeigerin Baiba Skride spielen sie das erste Violinkonzert, außerdem erklingt Schostakowitschs elfte Sinfonie, die den Beinamen „Das Jahr 1905“ trägt.

„Prague Offspring“ setzt den Fokus auf Neue Musik
„Prague Offspring“ setzt den Fokus auf Neue Musik

„Prague Offspring“: Ein Festival im Festival

Weitere Orchester sind inzwischen gern gesehene und wiederkehrende Gäste, etwa das London Symphony Orchestra, das unter Antonio Pappano und mit Solistin Lisa Batiashvili ein Programm mit Werken von Hector Berlioz, Karol Szymanowski und Richard Strauss spielt (29.5., 20 Uhr), das NHK Symphony Orchestra unter Fabio Luisi, das neben Brahms’ vierter Sinfonie auch Alban Bergs Violinkonzert (Solistin: Akiko Suwanai) und Filmmusiken von Tōru Takemitsu interpretiert (15.5., 20 Uhr), sowie die Wiener Symphoniker unter ihrem neuen Chefdirigenten Petr Popelka.

Der tschechische Komponist und Dirigent leitet durch einen Wiener Abend mit Beethoven und Josef und Richard Strauss. Zum vierten Mal findet zudem das Festival im Festival „Prague Offspring“ statt mit Fokus auf Neuer Musik (30.–31.5.). Das Ensemble Modern setzt seine dreijährige Residenz fort mit Uraufführungen von Werken der tschechischen und slowakischen Komponisten Slavomír Hořínka, Barbora Tomášková, Jan Ryant Dřízal, Haštal Hapka and Pavel Šabacký. Außerdem wird George Benjamin Composer in Residence sein.

Termine

Aktuell sind keine Festivaltermine zu finden.

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