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Rezension Chiaroscuro Quartet – Schubert

Existenzielles

Beim Chiaroscuro Quartet, das das Spielen auf Darmsaiten perfektioniert hat, geht es immer ums Ganze.

vonFrank Armbruster,

Chiaroscuro ist ein Begriff aus der Malerei und bezeichnet eine in der Spätrenaissance entwickelte Technik der Hell-Dunkel-Malerei, bei der die Zuspitzung der Kontraste zu einer Steigerung des künstlerischen Ausdruckes führen sollte. Und genau so spielt das Chiaroscuro Quartet auch auf seiner neuen Schubert-CD. Wer kammermusikalische Gediegenheit und Schönklang erwartet, ist hier fehl am Platz. Bei diesem Streichquartett, das das Spielen auf Darmsaiten perfektioniert hat, geht es immer ums Ganze, will heißen: um Existenzielles. Wann hat man die Variationen im d-Moll Quartett D 810 „Der Tod und das Mädchen“ schon einmal derart unter die Haut gehend gehört, ja – durchlitten? Wann das Presto-Finale auf diese Weise als gefährlichen Tanz auf der Rasierklinge erlebt? Musizieren, das an die Grenzen geht, auch in Schuberts neun Jahre früher entstandenem g-Moll-Quartett D 173. Dagegen malen viele Konkurrenzensembles quasi mit Wasserfarben.

Schubert: Streichquartette Nr. 9 & 14

Chiaroscuro Quartet
BIS

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