Startseite » Rezensionen » Nuancen des Verfalls

CD-Rezension Christoph-Mathias Mueller

Nuancen des Verfalls

Erstmals eingespielt: Rekonstruierte Debussy-Opern mit faszinierenden Orchesterfarben

vonAndreas Falentin,

Zumindest in der zweiten Hälfte seines Komponistenlebens arbeitete sich Claude Debussy immer wieder an Opernplänen nach zwei Erzählungen von Edgar Allan Poe ab. Dennoch blieb La Chute de Maison Usher Fragment, Le Diable dans le Belfroy gar nur Skizze. Der Musikwissenschaftler Robert Orledge hat in jahrelanger Arbeit Spielfassungen erstellt, die das Göttinger Symphonie Orchester nun erstmals eingespielt hat. Zumindest die Gestaltung der Gesangsstimmen ist weit entfernt von der bezwingenden Andersartigkeit in Pelleas et Melisande. Gefangen nimmt hingegen das Orchesterkolorit, die unzähligen Nuancen von Bedrohung und Verfall in La Chute wie die neoklassisch-distanzierte, musikalische Parabelhaftigkeit in Le Diable. Die Solisten, besonders William Dazeley als getriebener Roderick, sind gut, das Orchester unter Christoph-Mathias Mueller spielt vielleicht eine Spur zu direkt und geheimnislos.

Debussy: The Edgar Allan Poe Operas
Lin Lin Fan (Sopran), Virgil Hartinger (Tenor), William Dazeley & Eugene Villanueva (Bariton), Michael Dries (Bass), Göttinger Symphonie Orchester, Christoph-Mathias Mueller
Pan Classics (2 CDs)

Auch interessant

Rezensionen

Aktuelle Rezensionen

  • „Lebe im Hier und Jetzt!“
    Interview Joyce DiDonato

    „Lebe im Hier und Jetzt!“

    Joyce DiDonato reflektiert über die Kraft der Musik, ihre künstlerische Mission und den Mut, trotz globaler Krisen weiterzumachen.

Klassik in Ihrer Stadt

Anzeige

Audio der Woche

Weltklasse für Beethoven & Kreutzer

Sieben Weltklassesolisten auf einen Streich: Manz | Plath | Klieser | Hölscher | Lee | Ioniţă | Wagner

Apple Music Button
Amazon Logo
jpc Logo

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!