Genau fünfzig Jahre nach Antonio de Almeidas rühmlicher Ersteinspielung aller Verdi-Ballettmusiken wiederholte das Münchner Rundfunkorchester als maßgeblicher Spezialklangkörper für konzertante Oper dieses Projekt. Das mit Lob überschüttete Partner-Orchester von Bru Zane bei französischen Entdeckungen und der in Leipzig als Pionier für das italienische Repertoire umworbene Ivan Repušić leisteten einen Prachtjob. Für jedes Pariser Divertissement haben sie das genau fokussierte Brio und angemessenes Kolorit, gipfelnd im besonders variantenreichen Gestus der Roma-Tänze aus „Der Troubadour“. Das Hekate-Tableau aus „Macbeth“ erhält dramatische Monumentalität, bekannte Nummern glitzern. In den auch eigenständig aufgeführten Ballettmusiken zeigt sich Verdi als vor hochdramatischen Kippmomenten mit Kontrasten jonglierender Stimmungsmacher. Das ist Hörvergnügen mit Wunschkonzert-Appeal auf Höchstniveau.

Verdi: Ballettmusiken
Münchner Rundfunkorchester, Ivan Repušić (Leitung)
BRKlassik