Mit dem Cello soll man singen. Sol Gabetta aber spricht, gackert und meckert, sie begehrt auf und mischt sich ein: Genau diese rhetorische Schärfe ist es, die Schostakowitsch wollte und die seine furiose Interpretin den schnellen Sätzen seines Cellokonzerts verleiht. Es geht um kämpferische Leidenschaft, Übermut und das Wagnis der kratzbürstigen Übertreibung, die erst im Moderato-Satz umschlägt in eine Elegie der stillen Emphase. Russische Kollegen mögen die langen Bögen hier mit sentimentalem Vibrato aufladen. Gabetta bleibt tonschön und geschmackvoll, ohne je auf die Tränendrüse zu drücken. Wunderbar wahrhaftig ist ihr entrückt umheimliches Flageolett, die Cadenza hat Ruhe und Ernst, bevor sie im Finale den manischen Spuk noch einmal mit expressiver Intensität entfesselt. Gleichsam als romantische Zugabe spielt Gabetta mit Olga Kern noch einen empfindsam strömenden, ja singenden Rachmaninoff.

CD-Rezension Sol Gabetta
Kratzbürstig
Mit dem Cello soll man singen. Sol Gabetta aber spricht, gackert und meckert, sie begehrt auf und mischt sich ein: Genau diese rhetorische Schärfe ist es, die Schostakowitsch wollte und die seine furiose Interpretin den schnellen Sätzen seines Cellokonzerts verleiht. Es geht um kämpferische Leidenschaft, Übermut und das Wagnis der kratzbürstigen Übertreibung, die erst im…
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