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CD-Rezension Semyon Bychkov dirigiert Franz Schmidt

Moderat statt lebhaft

Das „lebhaft“ zu Beginn klingt nicht überschäumend, sondern eher „moderato“

vonChristian Lahneck,

Zwischen Wiens Philharmonikern und dem Komponisten Franz Schmidt bestehe eine „Art Nabelschnur“, hieß es vor vielen Jahren, als Schmidts zweite Sinfonie von 1913 aufgeführt, aber von der Presse (einmal mehr) zerpflückt wurde. Am Uraufführungsort, im Musikverein, hat nun Semyon Bychkov das Werk aufgenommen. Sicher kein Zufall, dass der Strauss-affine Dirigent diese Strauss-nahe Musik oft Strauss-haft aufführt und mit Strauss’ träumerischem Zwischenspiel aus „Intermezzo“ paart. Bei Bychkov denkt man an Duft und Jugendstil, die Wiener spielen luftig, klug verdichtend, dramatisch wachsend, bläsersatt und allen Klang-Opulenzen gegenüber zugewandt. Das „Lebhaft“ zu Beginn klingt nicht überschäumend, sondern eher ‚moderato‘, was viele Details zutage fördert, den Fluss an einigen Stellen aber etwas hemmt. Der Variationensatz kommt orgelhaft daher: Für jede Wendung gibt es geeignete Klangregister.

Schmidt: Sinfonie Nr.2
R. Strauss: Träumerei am Kamin aus „Intermezzo“

Wiener Philharmoniker, Semyon Bychkov (Leitung)
Sony Classical

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