Modernes Denken und Traditionsbezug: Im Lauf eines Jahrzehnts vergab das Chorensemble ORA Singers 100 Aufträge an Komponierende überwiegend aus dem angelsächsischen Raum. Suzi Digby trimmte die Kernbesetzung von nur 19 Stimmen auf eine technisch spektakuläre Qualitätshöhe. Die Soli ordnen sich der gläsernen Reinheit und kühlen Meisterschaft des Ensembles mit nicht minder disziplinarischer Strenge unter. In dieser Aufnahme von Marien-Kompositionen aus der Renaissance und der Gegenwart hört man strahlende Klang-Akkuratesse und puritanische Konzentration. Nicht nur die alten Stücke folgen den Direktiven des Tridentinischen Konzils (1563) zur liturgischen Musik. ORA Singers gestalten bewunderungswürdig brillant, wärmende Funken sind selten. Es ist kein Zufall, dass hier Stücke vereint sind, in denen die Komposition stark von mathematischen Funktions- und Gesetzmäßigkeiten beeinflusst scheint.

Sanctissima
Werke von Palestrina, Bednall, Tarney, Joubert, Porter, MacMillan u. a.
ORA Singers, Suzi Digby (Leitung)
harmonia mundi