Mit dem eigenen Werk zur Unabhängigkeit einer Nation beigetragen zu haben, können wohl nur wenige Komponisten von sich behaupten. Doch genau das trifft auf Daniel-François-Esprit Auber zu. Seine 1828 in Paris uraufgeführte Oper „La muette de Portici“ („Die Stumme von Portici“), die auch die Gattung der Grand Opéra begründete, erfreute sich dank innovativer technischer Mittel und neuer kompositorischer Formen großer Beliebtheit. Am 25. August 1830 spielte die Brüsseler Oper La Monnaie Aubers Revolutionsoper anlässlich des 58. Geburtstags von König Wilhelm I. der Niederlande. Dieser regierte infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses über die ehemaligen Habsburgischen Niederlande – ein Gebiet, das weitgehend dem heutigen Belgien entspricht. Besonders das patriotische Duett „Die heilige Liebe zum Vaterland“ entfachte die Emotionen des Publikums. Schließlich mündeten die darauffolgenden Unruhen in die Belgische Revolution – und führten zur Unabhängigkeit des Landes.
Das Staatstheater Darmstadt nimmt sich diesem fesselnden Werk in der Kasseler Fassung von Regisseur Paul-Georg Dittrich an.